Rita Süssmuth war Anfang Februar verstorben. Sie wäre heute 89 Jahre alt geworden. Süssmuth war bekennende Katholikin. Das Seelenamt wird aber nicht nur von einem katholischen Pfarrvikar geleitet. Auch ein evangelischer Pfarrer und ein Vertreter der jüdischen Gemeinde werden sprechen.
Der protestantische Geistliche will auf die Ökumene und das damit verbundene Bestreben, Einheit, Austausch und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen christlichen Konfessionen zu fördern, eingehen. Der Vertreter der jüdischen Gemeinde bringt Süssmuths Wirken um die Aussöhnung von Deutschland und Israel zur Sprache.
Rita Süssmuth wird an der Seite ihres Ehemanns bestattet
Die frühere Bundesgesundheitsministerin wird neben ihrem vor sechs Jahren verstorbenen Mann Hans beigesetzt. Während der Beisetzung bleibt die Familie unter sich, nur enge Freunde gehen mit an das Grab. Auch der ehemalige Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wird dabei sein.
Kanzler und Bundespräsident kommen zum Trauerstaatsakt
Anders als die Beisetzung in Neuss ist der Trauerstaatsakt kommenden Dienstag in Berlin als öffentliches Gedenken geplant. Daran teilnehmen werden auch Bundeskanzler Merz und Bundespräsident Steinmeier.
Die Trauernden auf dem Weg in die Kirche.
Diese seltene Ehrung wurde vor Süssmuth erst zwei Frauen in der Geschichte der Bundesrepublik zuteil: Bundestagspräsidentin a.D. Annemarie Renger und Bundesministerin a.D. Aenne Brauksiepe.
Brustkrebserkrankung öffentlich gemacht
Rita Süssmuth war am 1. Februar in ihrem Neusser Haus verstorben. Sie hatte 2024 eine Brustkrebserkrankung öffentlich gemacht.
Aufgewachsen ist die Lehrerstochter mit ihren Eltern und vier Geschwistern auf dem Land im Kreis Warendorf. Nach dem Abitur studierte sie Romanistik und Geschichte. Zunächst in Münster, dann in Tübingen und schließlich an der Sorbonne in Paris.
Geißler schlug Süssmuth für das Amt der Gesundheitsministerin vor
Zurück in Deutschland wurde Süssmuth Pädagogik-Professorin. Mit Mitte 40 trat sie in die CDU ein. Und schon vier Jahre später schlug sie Familien- und Gesundheitsminister Heiner Geißler als seine Nachfolgerin vor.
Eines ihrer Hauptthemen als Ministerin war AIDS. Mit der Kampagne “Gib AIDS keine Chance” propagierte sie – gegen Widerstände in ihrer Partei – die Verwendung von Kondomen zur Prävention.
Für Kanzler Kohl wurde Süssmuth zur Unruhestifterin
Für den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl wurde Rita Süssmuth zunehmend zur Unruhestifterin. Ende der 1980er-Jahre lobte er sie ins Amt der Bundestagspräsidentin weg. In ihre Amtszeit fiel eine historische Entscheidung: Der Umzug des Bundesparlaments nach Berlin.
Seit Anfang der 1970er-Jahre lebte Süssmuth im rheinischen Neuss. Sie blieb bis ins hohe Alter gesellschaftlich aktiv: Als Buchautorin, Stiftungs-Botschafterin und Gastprofessorin. Im Neusser Stadtteil Gnadental ist eine Realschule nach ihr benannt.
Unsere Quellen:
- Katholische Kirchengemeinde Neuss
- Evangelische Kirchengemeinde Neuss
- Jüdische Gemeinde Neuss/Düsseldorf
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 17.02.2026, 09.31 Uhr