Vorzeigetruppe – An vorderster Front: Zu Gast bei der ABC-Abwehr | krone.at

Vorzeigetruppe - An vorderster Front: Zu Gast bei der ABC-Abwehr | krone.at

Angetreten! Ministerin Klaudia Tanner und der Kommandant der Landstreitkräfte des Österreichischen Bundesheeres, Generalleutnant Martin Dorfer, besuchten die Dabsch-Kaserne in Korneuburg, wo die ABC-Abwehrschule für die hervorragende Ausbildung rund um komplexe Gefahrenbereiche steht. Die „Krone“ erhielt dabei interessante Einblicke in Arbeit, neue Ausrüstung und Ausrichtung der Experten.

Nach dem Super-GAU im Einsatz
Nach dem Super-GAU im Atomkraftwerk Tschernobyl vor 40 Jahren waren sie ebenso im Einsatz wie während der Corona-Pandemie und dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in der Slowakei und Ungarn. Die Fachleute der ABC-Abwehreinheit sind speziell ausgebildete Experten.

Die Truppe ist im Krieg für den Schutz der Soldaten vor atomaren, biologischen und chemischen Bedrohungen eingesetzt. In Friedenszeiten sind die Experten aus Korneuburg national wie international ein unverzichtbares Instrument der Katastrophenhilfe.

Besuch in Korneuburg: Dorfer, Schlechter, Ministerin Tanner, „Krone-NÖ“-Redaktionsleiter Lukas ...

Besuch in Korneuburg: Dorfer, Schlechter, Ministerin Tanner, „Krone-NÖ“-Redaktionsleiter Lukas Lusetzky, Härtinger und Bürgermeister Christian Gepp (vorne v. li.).(Bild: Imre Antal)

„Wir haben vier Aufgabengebiete“, erklärt der bisherige Kommandant des ABC-Abwehrzentrums, Oberst des Generalstabsdienstes Jürgen Schlechter, der jetzt als Leiter des Amtes für Rüstung und Wehrtechnik nach Wien wechselt: „Nämlich Aufklärung, Dekontamination, Rettung/Bergung sowie Wasseraufbereitung.“ Für Letztere steht man im In- und Ausland, sogar im Tschad, bereit. Auch die zivile Hilfe ist enorm wichtig. Wäre die Maul- und Klauenseuche auf heimische Nutztiere übergesprungen, hätte der Schaden bis zu zehn Milliarden Euro betragen können.

Wissenswertes

  • Die Dabsch-Kaserne war bereits im 19. Jahrhundert ein wichtiger militärischer Standort.
  • Vom k.u.k. Eisenbahn- und Telegraphenregiment über die Bahn-Pioniere entwickelte sich der Standort 2002 zum modernen ABC-Abwehrzentrum.
  • Die Soldatinnen und Soldaten sind für den Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Gefahren zuständig.
  • 2007 erhielt das Zentrum den Namen „Lise Meitner“ – benannt nach einer österreichischen Kernphysikerin und Pionierin der Radiochemie, die 1968 verstorben ist.

Es wird kräftig ausgebaut
„Der Ausbau der ABC-Abwehrtruppe ist fixer Bestandteil des Aufbauplans 2032+“, so Generalleutnant Martin Dorfer. Noch im April wird ein modernes Katastrophenhilfe-Lager in Betrieb gehen. Eine neue Werkstatt und Unterkünfte sollen folgen. 200 zusätzliche Kräfte werden ihren Dienst auf dem Areal antreten, ein Schwerpunkt wird dabei das Thema „Drohnen“ sein, welche ja auch für das Aufspüren von gefährlichen Kampfstoffen wichtig sind. Damit verdoppelt sich der Personalstand.

Verteidigungsministerin Tanner: „Der Ausbau der Struktur hier um rund 200 Personen beim Heer, aber auch bei Zivilbediensteten, ist ein wichtiger Schritt. Wir müssen hier aber sicher noch mehr investieren.“

In solchen Behältern werden mögliche gefährliche Stoffe sicher transportiert.

In solchen Behältern werden mögliche gefährliche Stoffe sicher transportiert.(Bild: Imre Antal)
Zum Aufspüren von gefährlichen Stoffen sind Messgeräte wichtig.

Zum Aufspüren von gefährlichen Stoffen sind Messgeräte wichtig.(Bild: Imre Antal)
Oberst Schlechter, der nach acht Jahren nun als ABC-Chef Abschied nimmt und nach Wien wechselt, ...

Oberst Schlechter, der nach acht Jahren nun als ABC-Chef Abschied nimmt und nach Wien wechselt, vor einer Lagekarte.(Bild: Imre Antal)
Funkgeräte, Waffen, Ausrüstung – Gegenstände können in den Spezialgeräten des Heeres „entgiftet“ ...

Funkgeräte, Waffen, Ausrüstung – Gegenstände können in den Spezialgeräten des Heeres „entgiftet“ werden.(Bild: Imre Antal)

„Das ABC-Abwehrzentrum ist ein einzigartiges Kompetenzzentrum, das über Bundesgrenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf genießt. Wir sehen hier ein anschauliches Beispiel dafür, wie Investitionen in das Österreichische Bundesheer sowohl unsere militärischen als auch unsere Fähigkeiten im Assistenzeinsatz heben. Wir sind heute auf einem guten Weg – besser ausgerüstet, breiter aufgestellt und schneller einsatzbereit. Weitere Investitionen sind geplant“, erklärt Niederösterreichs Landesmilitärkommandant Brigadier Georg Härtinger abschließend.

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