Während unter allen Befragten 49 Prozent den Grundwehrdienst für zu kurz halten, sind es bei den unter 30-Jährigen nur 32 Prozent und bei den Müttern überhaupt nur 27 Prozent. Eine Verlängerung des Wehrdienstes würde bei den meisten Eltern die Sorge um das eigene Kind erhöhen. 56 Prozent beantworten diese Frage mit Ja. Bei Müttern mit wehrpflichtigen Söhnen sind es sogar 68 Prozent.
46 Prozent würden einem Mann, der die Wahl zwischen Grundwehrdienst und Zivildienst hat, nicht zum Grundwehrdienst raten, so die „Krone“-Umfrage zum Wehrdienst. Bei Müttern mit wehrpflichtigen Söhnen würde jede zweite (48 Prozent) nicht zum Grundwehrdienst raten, nur 30 Prozent würden das tun. Unter allen Befragten empfehlen 38 Prozent den Grundwehrdienst.
Interessanterweise sind trotzdem 60 Prozent dagegen, dass Eltern bei Entscheidungen zur Wehrpflicht stärker berücksichtigt werden. Nur 32 Prozent sprechen sich dafür aus.
Eine große Mehrheit von 68 Prozent beurteilt den eigenen Dienst positiv. 31 Prozent blicken auf ihre Zeit beim Heer negativ zurück. Die exakt gleichen Werte ergibt auch die Frage nach der Einstellung zu Beginn des eigenen Wehrdienstes. Das spricht dafür, dass jene, die mit einer positiven Einstellung hineingehen, die Kaserne auch mit einem positiven Eindruck verlassen. Dennoch waren 82 Prozent froh, als der Dienst zu Ende war.
63 Prozent der 2600 Befragten halten das aktuelle Modell des Bundesheeres nicht für zukunftsfähig. Nur 21 Prozent antworten auf diese Frage mit Ja.
Das Thema Grundwehrdienst emotionalisiert
„Personen mit eigener Wehrdiensterfahrung berichten mehrheitlich von einer positiven Grundhaltung zu Beginn und im Rückblick, auch wenn viele froh waren, als der Dienst endete. Eltern – insbesondere Mütter einberufungsfähiger Söhne – reagieren sensibler auf mögliche Verlängerungen und äußern häufiger Sorge. Emotionale Betroffenheit wirkt sich somit deutlich auf die Bewertung von Reformvorschlägen aus“, so Meinungsforscher Christoph Haselmayer dazu.


